WIWACAM MW1 4K Würfelkamera — Der Praxistest
Testdauer: 3 Wochen · Standort: Bücherregal + Schreibtisch · Tester: Marius K.
Die WIWACAM MW1 ist physikalisch faszinierend. Drei Zentimeter Kantenlänge — kleiner als eine Praline. Dass darin ein Sensor steckt, der 4K-Schnappschüsse macht, ein WLAN-Modul für Live-Übertragung und ein Akku für 90 Minuten Betrieb, ist Ingenieurskunst. Im Praxistest zeigt sich aber auch, wo die Grenzen dieser Bauform liegen.
Klein ist nicht gleich besser
Drei Wochen lang hatten wir die MW1 abwechselnd zwischen Büchern im Regal versteckt, magnetisch an einem Heizkörper und kabelgebunden hinter einem Lautsprecher. Die Tarnungsmöglichkeiten sind durch die Mini-Größe natürlich überragend — selbst aus zwei Metern Entfernung ist sie nur zu erkennen, wenn man weiß, wonach man sucht.
Allerdings: Eine kleinere Kamera hat einen kleineren Sensor. Die 4K-Marketingangabe ist technisch korrekt für die Foto-Snapshots, aber die Video-Live-Übertragung läuft auf 2K herunter, weil die WLAN-Bandbreite einer Mini-Antenne kein echtes 4K-Streaming schafft. Das ist nicht WIWACAM-spezifisch, sondern Physik — alle Würfel-Cams machen das.
Akku-Realität
90 Minuten kabelloser Betrieb sind ehrlich angegeben. Im Bewegungs-getriggerten Modus reicht der Akku 1-2 Tage, je nachdem wie viel passiert. Wer 24/7 aufzeichnen will, muss kabelgebunden betreiben. Das mitgelieferte USB-C-Kabel ist mit 1,2 Metern angenehm lang.
Loop-Aufnahme funktioniert sauber
Die MW1 schreibt durchgehend auf die SD-Karte und überschreibt die ältesten Aufnahmen, wenn der Speicher voll ist. Im Test mit einer 64-GB-Karte ergab das etwa 24 Stunden Vorlaufzeit, bevor zurück überschrieben wird — gut genug für Standard-Überwachungs-Szenarien.
Wo wir Punkte abziehen mussten
Die App (HDMiniCam) ist im Look noch aus 2017, die deutsche Übersetzung holprig. Das Pairing klappt im ersten Anlauf, aber wer nicht englisch versteht, hat es schwerer als bei WIWACAM-eigenen Apps. Außerdem fehlt die Zwei-Wege-Audio-Funktion — bei diesem Formfaktor verzeihbar, aber erwähnenswert.
Fazit
Wenn du die kleinstmögliche WLAN-Kamera willst, die noch ernsthaft brauchbar ist: das hier. Für 79 Euro bekommst du echtes Mini-Cam-Engineering. Für klassische Raumüberwachung mit besserer App empfehlen wir aber die WIWACAM MW5L oder AOBOCAM Q15 — die sind etwas größer, aber im Alltag praktischer.
Pro
- Nur 3 × 3 × 3 cm — wirklich winzig
- Echte 4K-Snapshots, 2K-Live-Stream
- Loop-Aufnahme zuverlässig
- Kabel- oder Akkubetrieb wählbar
- Magnetische Halterung im Lieferumfang
Contra
- Akku nur 90 Minuten kabellos
- Kein interner Speicher
- App-UI englisch/chinesisch
- Keine Zwei-Wege-Audio
Die MW1 ist die Antwort auf die Frage: Wie klein kann eine WLAN-Kamera werden, ohne völlig nutzlos zu sein? Antwort: 3×3×3 cm.